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05 August 2014

So schnell kann's gehen... Zwangspause...

...die WM ist schon etwas um, aber die Freude bleibt.
Das wollte ich auch auf unseren Frühstückstisch bringen:



Dass diese Marmelade auch zu meinem persönlichen Mahnmal werden würde, ahnte ich bei den ersten beiden Schichten noch nicht...

Ich hatte schon den ganzen Tag berstende Kopfschmerzen, massiven Schwindel und Übelkeit, zwischendurch als wir vom Küchenladen unseres Vertrauens mit dem Lieferschein für einen neuen Herd zurückkamen, sogar Beklemmungen in der linken Brust.

Also legte ich mich nach den extrem stressigen letzten Wochen (eher Monaten) nachmittags auf's Sofa.

Die zwei Stunden schlafen taten zwar gut, änderten aber nichts an meinen Kopfschmerzen etc. Im Gegenteil: Ich konnte im linken Gesichtsfeld nichts mehr sehen....
Wird das vielleicht eine Migräne??? Nie gehabt, also schraubte ich die Marmeladengläser erstmal zu und legte mich nochmal hin.
Abends wollte ich die Marmelade endlich fertig machen. Da es ein Samstag war, düste "noch mal schnell" zum Supermarkt um die Ecke, weil mir die Marmelade für die oberste Schicht viel zu rot war.
Auf dem kurzen Rückweg dachte ich, mein Schädel zerspringt mir gleich in tausend Stücke.
Ich fuhr gerade in sechs Versuchen rückwärts auf die Auffahrt, als die linke Seite (Arm, Bein und Gesicht) anfing zu kribbeln und sich schnell taub anfühlte.
Als ich dann im Flur meinem Mann antworten wollte, fühlte sich meine Zunge an wie aus Blei und zehn Mal so groß und es kam nur noch ein unverständlicher Lautbrei aus meinem Mund.

Sofort rief er einen Rettungswagen und ich kam mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus. Paff!! Ich, Schlaganfall? Ich bin doch noch so jung!!
Sie haben mich tagelang auf den Kopf gestellt (CT, verschiedene Male MRT, Nervenleitungstests, EEG, Sono der Durchblutungsgefäße, x-Mal Blut abgenommen, Blutverdünner etc./ der Lumbalpunktion habe ich allerdings nicht zugestimmt).

So richtig schlau sind sie nicht geworden, erst hieß es "atypische Migräne mit Aura" und dann "psychsomatischer Schlaganfall".

Fakt ist, dass ich viel zu lange viel zuviel gemacht habe, meine Grenzen permanent überschritten habe, kurz: zuviel Stress!
Jetzt bin ich schon seit drei Wochen "aus dem Verkehr gezogen" (krank geschrieben) und darf wieder durchschnaufen, meinen Kopf frei bekommen, auf mich achten und "Nein" sagen lernen.

Jetzt, wo Ferien sind, kann ich das auch prima üben und die Regenzeit mit den Kindern beim Spiele spielen, chillen und kuscheln verbringen.
Zwischenzeitlich hatte ich noch eine Finger-OP und die Kinder haben sich eine spastische Bronchitis eingefangen und dürfen derzeit inhalieren und eh nicht Sport machen, Schwimmen gehen oder Toben (6 Kinder in der Klasse hatten Lungenentzündung...).
Das bremst uns alle gut aus. Dann ist bald Urlaub und danach geht es viiiel ruhiger weiter. Das habe ich mir ganz fest vorgenommen.
Denn sowas möchte ich auf keinen Fall nochmal erleben... Die andauernde Gesichtslähmung ist schon schlimm genug. Ich möchte nicht in Kürze das Auto gegen einen Rollator eintauschen...

Darum mein Appell: Raus aus dem Hamsterrad, wir sind keine Maschinen, die dunktionieren müssen!
Es muss nicht immer alles geschafft werden oder perfekt sein, ihr müsst nicht für alle und alles da und zuständig sein, auf der Arbeit darf auch als Teilzeitkraft einiges liegen bleiben (andere Vollzeitkräfte können das auch ganz entspannt), frau darf auch "Nein" sagen (es gibt in der Schule mindestens noch 25 andere Elternpaare, und auch sonst Andere, die sich auch mal einbringen können), wozu gibt's 'n Supermarkt (es muss nicht immer noch mal schnell was Selbstgebackenes auf den Tisch),  ist ganz wichtig sich rechtzeitig eine Auszeit zu gönnen (nicht erst, wenn frau abends vor Erschöpfung um 19h beim Kinderprogramm vor dem Fernseher oder beim Geschichte vorlesen einschläft).
Gönnt euch was Schönes und achtet auf eure persönlichen Grenzen. Es macht niemand anderer für euch! Und mit jedem gut integrierten und organisierten Termin, kommt ein weiterer obendrauf. Sagt rechtzeitig STOP!!!

Endlich mal wieder bei Anke und Meertje vorbei schauen. Das ist auch Balsam für die Seele.
:-)

Lasst es euch gut gehen!!!
Herzliche Grüße!!

Kommentare:

  1. Oh je.....das war ja ein ordentlicher Schuss vor den Bug!!! Ich hoffe, es geht dir wieder besser!!! Ich arbeite ja auch "NUR" Teilzeit, da hat man oft das Gefühl, alles andere müsste perfekt sein, weil man ja schließlich viel mehr Zeit hat als Vollzeitkräfte....aber die haben vielleicht keine kleinen Kinder, die nun mal auch "Zeit kosten".....Manchmal ist es wie ein Teufelskreis, gerade weil man meint, dass mach ich jetzt noch schnell!!!
    Und ganz schnell kann sich das Blatt dann wenden! Aber solange alles funktioniert, denkt man halt nicht daran.....Ich wünsche Dir alles Gute und erhole Dich schön!!!
    Liebe Grüße
    Anke
    P.S. Deine Marmelade ist der Hammer!!!!

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  2. Wo du Recht hast..hast du Recht. Mir kam die Erkenntnis, wie kurz ein Leben sein kann, als zwei Freunde von uns relativ jung ( um die 40 ) starben.
    Seitdem schaue ich genauer hin, -was will ich, -was muss ich. Ich habe es gelernt auch Nein sagen zu können und für mein Leben ist es eine große Bereicherung geworden. lG Silke

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  3. Ich wünsche dir gute Besserung! Und vor allem wünsche ich dir, dass du auch in Zukunft etwas mehr auf deinen Körper hörst und es etwas ruhiger angehen lässt. Wie du so schön sagst: Raus aus dem Hamsterrad!
    GlG Jutta

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  4. Puuhh! Heftig! Alles, alles Gute! Schnelle Besserung und einen entspannteren Alltag mit einem Gang niedriger!
    Liebe Grüße
    Kerstin
    PS: Die Marmelade sieht superlecker aus ;)

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  5. Uaaah, beim Lesen hab ich mega Gänsehaut bekommen.... bin sehr froh, dass es dir gut geht (auch wenn ich dich gar nicht kenne). Das was du schreibst, ist absolut richtig: Auf sich selbst achten, denn man kennt sich selbst am Besten. Ich bin überzeugt davon, dass es sehr wichtig ist, auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten, denn ich finde, erst dann kann man sich auch erst wieder richtig auf andere einlassen (wenn man entspannter und mit den Gedanken voll dabei ist).
    Freue mich, dass es dir gut geht und du etwas gutes aus dieser miesen Situation ziehen kannst :)

    LG
    Ramona

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  6. Ich bin entsetzt, ich schreibe dir nachher (oder morgen) eine email. Knutsch!

    Frau Mena.

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Ich freue mich über einen Kommi von dir. ;o)
Lieben Dank!